Definition: Digitalisierung

Digitalisierung

Digitalisierung, aus einer wissenschaftlichen Perspektive, bedeutet zunächst mal, analoge Werte in digitale Werte zu überführen. Ein analoges Signal ist ein natürliches Signal: Stufenlos, ohne Unterbrechungen. Nie mathematisch perfekt. Die menschliche Stimme zum Beispiel, wenn sie über die Luft übertragen wird. Oder ein chemisches Dia. Ein digitales Signal besteht aus Einsen und Nullen. Es ist in klare Abschnitte gegliedert. Wenn man das Signal richtig empfängt, hat man die vollständige Information. Genauer geht es nicht mehr. So werden zum Beispiel Daten von Computern über das Internet übertragen. Oder digitale Fotos gespeichert.

Digitalisierung im Alltag

Spricht man nun im Alltag von der „Digitalisierung“, ist oft so etwas wie die Digitalisierung eines Buches oder Dias gemeint. Dazu wird das analoge Objekt eingescannt, also abfotografiert. Dann werden die analogen Objekte (die Farbkleckse im Buch oder im Dia) in Pixel übersetzt. Also in Bildpunkte, deren Ort, Farbe und Größe genau definiert ist. Im Falle des Buches wird meistens noch eine Interpretation der Bildpunkte vorgenommen. Sie werden als Buchstaben erkannt und als solche gespeichert, wieder mit einer genauen Zuordnung, einem Code.

Dieser Prozess nimmt dem Buch oder Dia das Haptische, das Chemische. Feinste Details, wie z.B. Zeichnungen in der Farbe gehen verloren. Dafür ist das Produkt danach sehr leicht übertragbar und durchsuchbar. Es ist außerdem quasi ohne Kosten multiplizierbar. Und die Weiterverarbeitung, z.B. eine andere Schriftart für das Buch, ist mit nur geringem Aufwand möglich.

Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft

Spricht man nun von der Digitalisierung unserer Lebenswelt, ist etwas anderes gemeint. Es geht darum, wie wir uns verändern, wenn immer mehr Dinge um uns herum digitalisiert werden und immer mehr digitale Technik die analoge Technik ersetzt.

Diese beiden Arten, den Begriff „Digitalisierung“ zu verstehen, hängen aber stark zusammen. Ist ein digitalisiertes Buch z.B. leichter kopierbar, bedeutet das, dass unsere alte Art, mit Büchern Geld zu verdienen, nicht mehr funktionieren kann. Ist es leichter übertragbar und kopierbar, bedeutet das, dass wir als Gesellschaft Wissen viel leichter an alle Menschen verteilen können. Ein Foto auf unserem Smartphone ist nicht einfach nur ein chemisches Dia, das sofort entwickelt ist. Die Tatsache, dass wir heute alle mit einem Foto-Apparat in der Hosentasche durch das Leben laufen, hat große Auswirkungen auf die Art, wie Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren.

Und jetzt?

Mein Buch fängt deshalb bei der ersten Betrachtung des Phänomens Digitalisierung an. Ich möchte untersuchen, was digitale Technik im Kern von der alten, analogen Technik unterscheidet.

Davon ausgehend, widme ich mich der zweiten Art, den Begriff zu definieren. Doch mich interessiert nicht nur die Vogelperspektive. Mein Ziel: Jedem Menschen, egal wie alt oder jung, egal wie technikbegeistert, einen Weg zum vorteilhaften Umgang mit „dem Digitalen“ aufzuzeigen.